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FINLAND AT EXPO 2000 HANNOVER
Verehrte geladene Gäste, ich heiße Sie im Finnischen Pavillon herzlich willkommen. Als der deutsche Bundeskanzler beim Jahreswechsel 1995-1996 Finnland zur Teilnahme einlud, bestanden gute Voraussetzungen für eine schnelle Entscheidung. Finnland war unter den Ersten, die ihre Teilnahme zusagten. Die Grundlagen waren klar: Dieses Mal findet die Weltausstellung näher an Finnland statt als je zuvor, Deutschland ist unser wichtigster Handelspartner, das Thema ist besonders naturgegeben und für Finnland geeignet, Gastgeber ist Deutschland, und das Ereignis wird in einem starken EU-Kern realisiert. Finnlands industrielle und wirtschaftliche Entwicklung hat in den zurückliegenden Jahren einen Quantensprung vollführt, und dies hat tief greifende Strukturänderungen mit sich gebracht. Die Prinzipien einer tragfähigen Entwicklung waren dabei wichtig. Unter tragfähiger und sich regenerierender Nutzung der natürlichen Ressourcen wurden ein Nationalvermögen und ein solides industrielles Fundament gebildet, von dem aus wir den Sprung auf den Weltgipfel der Industrie für Elektronik und Kommunikation geschafft haben. Zugleich entstanden die Voraussetzungen und Visionen für das Entwickeln einer Informationsgesellschaft zum Besten der Wohlfahrt aller Staatsbürger und Staatsbürgerinnen. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat Finnland in der Welt die meisten Mobiltelefone. Ende letzten Jahres gab es etwa 3,5 Millionen Handys. Mit anderen Worten: Sieben von zehn Finninnen und Finnen haben ein Handy. Gerade kürzlich hat die Zahl der GSM-Anschlüsse die Zahl der verkabelten Telefone übertroffen. Und noch ein Beispiel: Der Export von Erzeugnissen der Hochtechnologie ist in den letzten Jahren außerordentlich rasch angestiegen. Der Anteil von Erzeugnissen der Hochtechnologie am finnischen Gesamtexport hat sich in den zurück liegenden fünf Jahren fast verdoppelt. Er liegt nun bei 47 Milliarden Finnmark oder 7,5 Milliarden Euro. Das sind 21 Prozent des Gesamtexports. Kommunikationsgeräte haben daran fast 80 Prozent Anteil, und Mobiltelefone machen davon fast die Hälfte aus. Im vergangenen Jahr hat Finnland reichlich 15 Millionen Mobiltelefone exportiert. Der Export von Hochtechnologie liegt im Wert um 50 Prozent über dem entsprechenden Import. (Die Ziele dieser Ausstellung) Der thematische Dreiklang der Expo eröffnet für unsere Überprüfung und Stellungnahme zahlreiche globale Herausforderungen in der Zukunft der Menschheit. Die Grundbedürfnisse des Menschen sowie Nahrung, Umwelt, Energie, Beweglichkeit, ein neues Bild der Arbeit, Information und Technik sind den Kreis einer früher nie erlebten weiten Debatte gehoben worden. Für diese Themen sind wir hier Lösungsmodelle aufzuzeigen bestrebt, mit denen man die Entwicklung in eine positive Richtung wenden kann. Man mag die Frage stellen, was letztendlich die Rolle von Weltausstellungen ist, wenn das Internet sich über die ganze Welt Erdrutsch artig ausbreitet. Was macht sie so einzigartig? Diese nach Teilnehmerzahl umfangreichste Weltausstellung ist gleichzeitig der beste Dialog der Völker in einem einzigartigen Umfeld und der Begegnung von Millionen Menschen, jeder auf seine Art und dennoch hier und heute. Die Erfahrung des Dabeiseins und der gemeinsamen Erlebnisse ist eine beeindruckende Triebfeder. Direkt einzigartig ist, wie offen und vielfältig hier Anregungen zum Gespräch geboten werden. Diese Expo hat ihren Platz verdient, wenn es ihr gelingt, solide Konstruktionsrahmen als Material für positive Lösungen der globalen Schwierigkeiten der Menschheit zu schaffen. Finnland möchte diese Entwicklung nach seinem besten Können unterstützen. Wir müssen unsere Fähigkeit, Druck auszuüben, stärker nutzen. (Die Architektur schuf das Profil) In the world expositions organised over the decades, Finland has successfully built a strong profile based on its unique architecture that draws its strength from Finnish nature. The creators of our award-winning pavilions have represented the energetic young generations of architects who have subsequently emerged as prominent personalities in their field. This is the case also today. I wish to congratulate architects Sarlotta Narjus and Antti-Matti Siikala, the designers of this pavilion - Wind's Nest - for their boldly original and successful creation. Our architects have described the birch forest in the inner court of the building as the mystic heart of the pavilion. A piece of the most genuine Finnish nature, its beauty reflects the deepest feelings of our nation. The creators of this haven deserve a very special acknowledgement. At the same time, I would also like to address my heartfelt thanks to all of you others - designers, builders and materials suppliers - for your enthusiastic contributions to the completion of this building. The exhibition in the pavilion has been realised by the Finnish Science Centre Heureka and its co-operation partners, the Helsinki University of Technology and the University of Lapland. The exhibition displays more nuances of substance and structure than perhaps any of its predecessors and reflects the image of our time. The three exposition halls in the Wind's Nest represent the three dimensions of the main themes of EXPO2000 HANNOVER (man - nature - technology). Know-how of the forest cluster, evolution of the information society and communication technology are the thematic priorities at the Finnish exhibition. Die ernsthafte finnische Botschaft an die Mitteleuropäer ist in ein kommunikatives und fröhliches Gewand gekleidet. Wir hoffen, sie wird sich von der kolossalen Angebotsmenge der Weltausstellung durch ihre Persönlichkeit, ihren Erfindungsreichtum und ihre Echtheit abheben. Der Gang durch die finnische Ausstellung ist eine Gesamtheit, deren allgemeiner Verlauf elastisch teils in den überdachten Räumen, teils über die Gangbrücken mitten im Birkenhain vorwärts führt. Der erste Ausstellungsraum im Windnest erzählt fröhlich aus der Sicht von Kindern über den finnischen Alltag. Ausgegangen wird bei den zwei- und dreidimensionalen Staffagen von Zeichnungen der Schulkinder in Kankaanpää, der finnischen Partnerstadt von Hannover. Die Ausstellungsbegleiter angeln sich dann und wann einen Besucher oder eine Besucherin heraus, von denen Videoclips gemacht werden. Das Video, Stillbilder und Geräusch werden mit Hilfe eines Fernsensors, den die Besucher bei sich tragen, benutzt, um an verschiedenen Punkten der Ausstellung überraschende Situationen zu schaffen. Durch seine Bewegungen können die Besucher Reaktionen in den Ausstellungselementen hervorrufen, also entweder eine virtuelle Rentierherde zu sich locken oder durch zu plötzliche Bewegungen in die Flucht jagen. Die zweite, von Stahl glänzende Ausstellungshalle zeigt die Welt der finnischen Unternehmen und finnischen Technologie. Die einzelnen Exponatzentren der Ausstellungshalle haben ihren Namen aus dem finnischen Nationalepos Kalevala erhalten, von der Wundermühle Sampo. Das Sampo - die Wundertüte, wenn Sie so wollen - der finnischen Forst- und Papierindustrie sowie des Unternehmens Metso, das längste Gästebuch der Welt, ist eine der Attraktionen des Pavillons. (Die zweite Wand der Sampo-Halle ist aus Polarit-Spezialstahl von Outokumpu hergestellt. Die Länge beträgt 40 Meter, die Höhe sieben Meter. An der Decke blitzt die blau-grüne Energiekugel von Fortum. Die nahtlose Zusammenarbeit von Mensch und Technik versinnbildlicht der Roboter Väinö von ABB, der mit einer vielgestaltigen Choreografie, welche die Menschen ihm beigebracht haben, einen Specksteinofen der Firma Tulikivi zusammensetzt. Die Kleidung Smart Clothing von Reima präsentiert sich durch ihre Leistungsfähigkeit. Ein von Elisa Communications zusammen mit IST konstruierter Vitalitätsmesser vermittelt der Plasma-Anzeige in der Sampo-Halle über eine drahtlose Verbindung Daten zur Vitalitätssituation seines Trägers. An der Videowand von Elisa Communications wird der Film Funky Finland gezeigt, der vom Wirtschaftsleben, den Menschen und der Natur in Finnland berichtet - natürlich mit einem auch lachenden Auge. Daran sind alle etwa fünfzig Partnerunternehmen des finnischen EXPO2000-Projekts beteiligt. Die Helsinki-Maschine vermittelt dass Ambiente der finnischen Hauptstadt, der Warenhimmel präsentiert finnisches Design.) Thema der Halle III ist die finnische Natur mit ihrer Ruhe und ihrem Frieden. Das Panoramabild eines 23 Meter langen Waldseeufers im Morgendunst projiziert ein Gefühl von dieser finnischen Natur. Für das Windnest wurde eine neue Informationstechnik entwickelt, die sich in vielen Situationen des täglichen Lebens nutzen lässt. Beispielsweise ist die beim Ablichten der Besucher angewandte Fernsensortechnik zur Bewegungsüberwachung geeignet. Eine Technik, welche die Bewegung von Menschen identifiziert, lässt sich als Hilfe für Altersschwache und Gehbehinderte in Situationen verwenden, die für diese Menschen physisch kompliziert sind, wie etwa das Öffnen einer Tür. Die Expo Hannover unterscheidet sich von ihren Vorgängern auch durch die Vielseitigkeit ihrer Konzeption. Finnland bietet ein umfassendes Kulturprogramm und erfolgreiche internationale Projekte, wie das der Berufshochschule in Tampere mit dem Titel Sustainable forestry development (Tragfähige Entwicklung des Forstwesens), das sich im Global House mit einer eigenen Abteilung präsentiert. Verehrte Zuhörerschaft, indem ich die finnische
Ausstellung und den Pavillon eröffne, möchte ich der jetzt
beginnenden 153-tägigen, ereignisreichen Expo und dem Finnischen
Pavillon Glück und Erfolg wünschen. Ich bin stolz auf das
Engagement und die Hingabe der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des
Pavillons. Ich hoffe, dass möglichst viele Besucher der Weltausstellung
schon von vornherein beschließen, den Finnischen Pavillon kennen
zu lernen, und dass sie sich hier wohl fühlen. Ich wünsche,
dass die hier empfangenen Eindrücken und entstehenden Beziehungen
zu stabilen Kontakten zwischen Finnland und der internationalen Gemeinschaft
führen werden.
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